Tipps + Ratgeber

Auch wenn im Wohnungseigentumsgesetz das individuelle Auskunfts- und Einsichtsrecht nicht ausdrücklich geregelt ist, so ist der Verwalter gleichwohl verpflichtet über alle seine Verwaltungstätigkeiten Auskunft zu erteilen und Einsicht in die Verwaltungsunterlagen zu gewähren (§ 666 BGB). Hierzu gehören auch die Ausgabenbelege, die Kontoauszüge, die Abrechnungsunterlagen (auch die Einzelabrechnungen anderer Wohnungseigentümer), Name und Anschrift der übrigen Wohnungseigentümer usw. Das Auskunft- und Einsichtsinteresse ist an keine Voraussetzung geknüpft, d.h. der Wohnungseigentümer kann jederzeit ohne Angaben von Gründen sein Auskunfts- und Einsichtsrecht gegenüber dem Verwalter geltend machen. Der Verwalter kann das Auskunfts- und Einsichtsrecht auch nicht mit Hinweis auf datenschutzrechtliche Bedenken verweigern, da gerade dieses grundsätzliche Recht notwendiger Teil der Kontrollrechte eines jeden Wohnungseigentümers ist. Das Einsichts- und Auskunftsrecht besteht auch nach Beendigung der Verwaltereigenschaft fort. Grundsätzlich hat der Wohnungseigentümer sein Einsichtsrecht in den Geschäftsräumen des Verwalters auszuüben. Dabei dürfen auch Kopien/Fotos der Verwaltungsunterlagen angefertigt werden. Das dem Wohnungseigentümer zustehende Auskunfts- und Einsichtsrecht darf er nur dann einem Dritten übertragen, wenn er dazu ein nachvollziehbares berechtigtes Interesse hat, welches er durch eigene Einsicht nicht hinreichend erfüllt werden kann. Verweigert der Verwalter das Auskunfts- und Einsichtsrecht, kann hierin ein Abberufungsgrund liegen.

Jeder Vermieter wünscht sich, für seine Wohnung einen solventen, ordentlichen, sauberen und ruhigen Mieter zu finden. Für gewisse Personenkreise von Mietern gibt es Vorurteile. So sind junge Leute oder kinderreiche Familien immer laut, Arbeitslose zahlen die Miete nicht und Rentner nörgeln an Allem rum. Wir möchten Ihnen hier ein paar Tipps geben, die helfen können, den richtigen Mieter zu finden.

Zunächst ist die Wohnung dahin zu beurteilen, für welche Art von Mieter die Wohnung überhaupt geeignet ist. Das Ein-Zimmer-Appartement ist für die Vermietung an eine Familie mit Kinder und Hund ungeeignet. Sobald klar ist, für welche Art von Mieter die Wohnung geeignet ist, muss nun die Überlegung angestrengt werden, welcher Personenkreis passt überhaupt in das Haus. Sind sämtliche übrigen Wohnungen an ältere Personen vermietet, so ist der Ärger vorprogrammiert, wenn man die Wohnung nun an ein junges, unverheiratetes Pärchen vermietet.

Der Termin zur Wohnungsbesichtigung ist nicht nur wichtig für den Mieter, sondern auch für den Vermieter von großer Wichtigkeit. Hier besteht die Chance, den Mieter etwas näher kennenzulernen. Deshalb beantworten Sie als Vermieter nicht nur die Fragen des Mieters zum Mietobjekt, sondern stellen dem Mieter selbst Fragen nach dem Grund seiner Wohnungssuche, wo sein Arbeitsplatz ist, mit welchem Verkehrsmittel er zur Arbeit kommt, wo seine Eltern leben, ob er Tierlieb ist, wie lange man in der Wohnung leben möchte, mit wie viel Personen man einzieht, welche Renovierungen man in der Wohnung ausführen möchte usw. Schließich sollte man dem Mietinteressenten bitten, einen Bewerbungsbogen auszufüllen und diesen zusammen mit Kopien der letzten drei Gehaltsabrechnungen dem Vermieter zuzusenden. Zusätzlich kann man dem Mietinteressenten bitten, eine Bescheinigung des aktuellen Vermieters beizubringen, wo nach dort keine Mietrückstände bestehen, die Mietzahlungen immer pünktlich entrichtet wurden, der Mieter den Hausfrieden nicht gestört hat und der Mieter das Mietobjekt pfleglich behandelt hat.

Ist dann die Entscheidung für ein Mietinteressent gefallen, besteht nochmals bei der Mietvertragsunterzeichnung die Möglichkeit einen Eindruck vom dem Mieter zu gewinnen. Wenn es möglich ist, sollte die Unterzeichnung des Mietvertrages in der bisherigen Wohnung des Mieters erfolgen. So gewinnt man sehr leicht einen Eindruck von den Lebensumständen des Mieters. So wie seine jetzige Mietwohnung aussieht, so wird der Mieter auch Ihre Wohnung behandeln.

Den Bewerbungsbogen und das Formular der Vermieterbescheinigung kann im online-shop heruntergeladen werden. Für Vereinsmitglieder ist der download kostenlos.

Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, dass der Mieter die Möglichkeit hat, bei der Schufa eine kostenlose Eigenauskunft einzuholen. Der Mieter sollte um diese Eigenauskunft gebeten werden.

Bewerbungsbogen

Vermieterbescheinigung

In § 13 Grundgesetz ist unmissverständlich geregelt, dass die Wohnung unverletzlich ist. Daran hat sich auch der Verwalter zu halten! Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. In § 14 Abs. 4 WEG ist geregelt, dass jeder Wohnungseigentümer verpflichtet ist, das Betreten und die Benutzung der Wohnung zu gestatten, soweit dies zur Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums erforderlich ist. Ob die Erforderlichkeit vorliegt, ist im Hinblick auf die Unverletzlichkeit der Wohnung (§ 14 GG) im Einzelfall zu entscheiden. Die Voraussetzungen sind jedenfalls eng auszulegen. Die genannten Maßnahmen (Instandhaltung, Instandsetzung) sind nicht als abschließende Aufzählung zu sehen. Aus dem Gedanken heraus, dass jeder Wohnungseigentümer gemeinschaftliche Treuepflichten hat, sind durch den Wohnungseigentümer weitere Maßnahmen zu dulden wie zum Beispiel: Untersuchungs- und Vorbereitungsarbeiten, wozu auch Sachverständigengutachten gehören, Maßnahmen zur Herstellung einer Fernsprechteilnehmereinrichtung, einer Rundfunkempfangsanlage oder eines Energieversorgungsanschlusses (§ 21 Abs. 5 Nr. 6 WEG), Wohnungsaufmaß zur Überprüfung des Kostenumlageschlüssels.

Zur Durchführung der Maßnahmen darf auch die Wohnung benutzt werden. Zum Beispiel können Geräte aufgestellt werden, die für eine Instandsetzungsmaßnahme erforderlich sind. Auch hat der Wohnungseigentümer etwaige Beschädigungen und Zerstörungen (z.B. Tapete, Parkett) zu dulden. Entstandene Schäden sind durch die Wohnungseigentümergemeinschaft zu ersetzen. Ist zu erwarten, dass die Beschädigungen größeren Ausmaßes sind, kann der Wohnungseigentümer eine Sicherheitsleistung von der Wohnungseigentümergemeinschaft verlangen, bevor er den Zutritt gewährt. Ist die Wohnung in seiner Nutzung durch die Maßnahmen erheblich beeinträchtigt, so kann der Wohnungseigentümer eine Entschädigung verlangen, wenn er dadurch Mehraufwendungen hatte.

Die Pflicht zum gestatten des Betretens und Benutzens beinhaltet nicht, dass der Wohnungseigentümer mithelfen muss. Er darf die Arbeiten aber auch nicht erschweren und im Weg herumstehen. Sind Einrichtungsgegenstände bei Seite zu räumen, so muss das Beiseite stellen oder Abbauen nicht durch den Wohnungseigentümer erfolgen. Der Verwalter hat vielmehr für Fachpersonal zu sorgen, die das Freiräumen der benötigen Flächen erledigen. Nach Beendigung der Maßnahme ist der ursprüngliche Zustand wieder herzustellen.

Wenn nicht gerade Gefahr in Verzug ist, also das Leitungswasser von der Decke tropft, dann hat der Verwalter den Wunsch des Betretens bzw. die Benutzung der Wohnung mit einer Frist von mindestens einer Woche anzukündigen. In der Ankündigung ist der Grund, die Maßnahme und die voraussichtliche Dauer anzugeben. Das Betretungsrecht besteht in der Regel nur zu den üblichen Arbeitszeiten.

Neben dem Verwalter dürfen alle diejenigen Personen (Sachverständige, Architekten, Handwerke, Gehilfen) die Wohnung betreten, die zur Schadensermittlung, Arbeitsvorbereitung und Durchführung der Maßnahmen erforderlich sind. Andere Wohnungseigentümer oder der Verwaltungsberat dürfen die Wohnung nur betreten, wenn sie zu dem Kreis des vorgenannten Fachpersonals gehören.